Lactoferrin in FloraClear: das eisenbindende Milchprotein
Lactoferrin ist ein Protein, das Eisen bindet und natürlicherweise in Milch, vor allem in der ersten Muttermilch, sowie in Tränen und Speichel vorkommt. FloraClear enthält 50 mg Lactoferrin aus Milch pro Tagesportion. Gemeinsam mit NAC und Berberin gehört es zu den drei Inhaltsstoffen, die wir auf der Dose besonders herausstellen, und es ist der Grund, warum FloraClear den Allergenhinweis „enthält Milch" trägt.
Im Folgenden erklären wir, was Lactoferrin biologisch ausmacht, wie die Menge in FloraClear einzuordnen ist und warum die Forschung zu Lactoferrin und Biofilmen zwar spannend ist, aber bisher im Labor stattfindet.

Was ist Lactoferrin?
Lactoferrin ist ein Glykoprotein aus der Familie der Transferrine, also jener Eiweiße, die im Körper Eisen transportieren oder speichern. Ein Lactoferrin-Molekül kann zwei Eisen-Ionen fest binden. Diese Fähigkeit ist der Ausgangspunkt für viele Forschungsfragen: Eisen ist für Mikroorganismen ein begehrter Nährstoff, und Lactoferrin kann es ihnen in der Umgebung entziehen. Das Protein ist Teil der angeborenen Abwehr an Schleimhäuten und wird außerdem von bestimmten weißen Blutkörperchen freigesetzt.
Wo kommt Lactoferrin vor?
Am meisten Lactoferrin enthält die Vormilch, das Kolostrum, das in den ersten Tagen nach der Geburt gebildet wird. Reife Muttermilch enthält weniger, Kuhmilch deutlich weniger als Muttermilch. Hinzu kommen Körpersekrete wie Tränen, Speichel und Nasensekret. Für Nahrungsergänzungsmittel wird Lactoferrin aus Kuhmilch beziehungsweise Molke isoliert und schonend gereinigt, weil es empfindlich auf Hitze reagiert. Beim Pasteurisieren und Erhitzen von Milch geht ein Teil der natürlichen Struktur verloren.
Lactoferrin aus Rindermilch wurde von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als neuartiges Lebensmittel geprüft und ist in der EU als solches zugelassen. In manchen Ländern wird es seit Jahren auch Säuglingsnahrung zugesetzt.
| Merkmal | Lactoferrin |
|---|---|
| Stoffklasse | Glykoprotein (Transferrin-Familie) |
| Besonderheit | bindet zwei Eisen-Ionen pro Molekül |
| Natürliches Vorkommen | Kolostrum, Muttermilch, Kuhmilch, Tränen, Speichel |
| Quelle in FloraClear | Milch (Allergen) |
| Menge in FloraClear | 50 mg pro Tagesportion (3 Kapseln) |
Dosierung in FloraClear
FloraClear liefert 50 mg Lactoferrin in drei Kapseln, die Sie über den Tag verteilt mit ausreichend Wasser einnehmen. In Humanstudien mit Rinder-Lactoferrin werden sehr unterschiedliche Mengen verwendet, häufig 100 mg und mehr pro Tag, je nach Fragestellung auch mehrere hundert Milligramm. Die Menge in FloraClear liegt am unteren Ende dieser Spanne.
Lactoferrin ist ein vergleichsweise kostspieliger Rohstoff, und wir haben uns für eine Menge entschieden, die zur Rolle in einer Kombinationsformel passt. Ein Lactoferrin-Einzelpräparat ist FloraClear ausdrücklich nicht. Wer die Zusammensetzung im Detail nachlesen möchte, findet alle Angaben auf der Übersicht der Inhaltsstoffe.
Was sagt die Forschung? Lactoferrin und Biofilme
Lactoferrin wird seit Jahrzehnten erforscht, vor allem in Bezug auf die Abwehrfunktion von Schleimhäuten und den Eisenhaushalt. Ein vielzitierter Ausgangspunkt der Biofilm-Forschung ist eine Laborarbeit aus dem Jahr 2002, in der eine Arbeitsgruppe um Pradeep Singh beobachtete, dass Lactoferrin die Bildung von Biofilmen eines Bakteriums im Reagenzglas beeinflusste. Seitdem werden NAC und Lactoferrin in Laborstudien im Zusammenhang mit Biofilmen untersucht.
Diese Arbeiten sind wissenschaftlich interessant, aber sie liefern keine Aussage darüber, was Lactoferrin im menschlichen Darm tut. In vitro herrschen andere Bedingungen: keine Verdauung, keine Magensäure, keine vielfältige Darmflora. Ein Teil des aufgenommenen Lactoferrins wird im Verdauungstrakt zudem in kleinere Bruchstücke zerlegt, die selbst Gegenstand von Studien sind.
Sicherheit: Milchallergie und Laktose
Rinder-Lactoferrin gilt in den üblichen Mengen als gut verträglich; die EFSA hat es im Rahmen der Zulassung als neuartiges Lebensmittel bewertet. Entscheidend ist der Allergenhinweis: Lactoferrin ist ein Milchprotein. Menschen mit einer Milcheiweißallergie sollten FloraClear nicht verwenden. Eine Allergie gegen Milcheiweiß ist etwas anderes als eine Laktoseintoleranz.
Laktose ist der Milchzucker, Lactoferrin dagegen ein Eiweiß. Gereinigtes Lactoferrin enthält in der Regel nur geringe Restmengen an Milchzucker. Eine Angabe „laktosefrei" steht jedoch nicht auf dem Etikett von FloraClear, deshalb machen wir dazu keine Zusage. Wenn Sie sehr empfindlich auf Laktose reagieren, besprechen Sie das vorab mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wer sich vegan ernährt, sollte wissen: Durch das Lactoferrin ist FloraClear nicht vegan, obwohl die Kapselhülle selbst pflanzlich ist. Allgemeine Informationen zu Lebensmittelallergien und deren Kennzeichnung bietet in Deutschland zum Beispiel die Verbraucherzentrale.
Bei Verdauungsbeschwerden, die stark sind, länger als einige Wochen dauern oder von Blut im Stuhl, Fieber oder Gewichtsverlust begleitet werden, ersetzt kein Nahrungsergänzungsmittel die ärztliche Abklärung. Hinweise zur Gesamtformel finden Sie unter Nebenwirkungen.
Zusammenspiel in der Formel
In FloraClear steht Lactoferrin neben NAC, mit dem es in der Biofilm-Forschung oft gemeinsam genannt wird, und neben Berberin, dem dritten hervorgehobenen Inhaltsstoff. L-Glutamin ergänzt als Aminosäure die Gruppe der eiweißnahen Bestandteile. Einen Vergleich mit Probiotika, die ganz anders funktionieren, finden Sie unter FloraClear vs. Probiotika.
Häufige Fragen zu Lactoferrin
Wie viel Lactoferrin enthält FloraClear?
Eine Tagesportion aus 3 Kapseln enthält 50 mg Lactoferrin aus Milch.
Kann ich FloraClear bei Milcheiweißallergie nehmen?
Nein. Lactoferrin ist ein Milchprotein, FloraClear trägt deshalb den Allergenhinweis „enthält Milch".
Ist FloraClear laktosefrei?
Lactoferrin ist ein Eiweiß und kein Milchzucker, gereinigt enthält es meist nur wenig Laktose. Eine Kennzeichnung als laktosefrei gibt es für FloraClear aber nicht.
Bekämpft Lactoferrin Bakterien im Darm?
Das behaupten wir nicht. Lactoferrin wird in Laborstudien untersucht, unter anderem im Zusammenhang mit Biofilmen; für den Darm des Menschen ist daraus keine Wirkung abzuleiten.
Ist Lactoferrin dasselbe wie Kolostrum?
Nein. Kolostrum ist die Vormilch mit vielen verschiedenen Bestandteilen, Lactoferrin ist eines der darin enthaltenen Proteine. FloraClear enthält isoliertes Lactoferrin.
Quellen
- Singh PK, Parsek MR, Greenberg EP, Welsh MJ: A component of innate immunity prevents bacterial biofilm development. Nature 2002, PubMed.
- EFSA: Wissenschaftliche Bewertung von Rinder-Lactoferrin als neuartiges Lebensmittel, EFSA.
- PubMed: Übersichtsarbeiten zu Lactoferrin, Suchergebnisse.